Frage 1. Liste gefährlicher Hunde

Änderung des Thüringer Tiergefahrengesetzes

Entwurf vom 15. März 2017
Eingebracht durch Landesregierung
Federführender Ausschuss Innen- und Kommunalausschuss
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Die Diskussion ist seit dem 17.08.2017 abgeschlossen

Zurzeit befindet sich der Gesetzentwurf der Landesregierung zum Ersten Gesetz zur Änderung des Thüringer Gesetzes zum Schutz der Bevölkerung vor Tiergefahren (Drucksache 6/3570) vom 15. März 2017 in der parlamentarischen Diskussion. Nachfolgend finden Sie die Fragen, mit denen sich der Innen- und Kommunalausschuss derzeit befasst. Sie können Ihre Meinung zu den Fragen abgeben. Mit Ihren Beiträgen, Ihren Erläuterungen oder Ihrer Kritik können Sie Einfluss auf die Arbeit des Innen- und Kommunalausschusses nehmen.

 

Diskutieren Sie mit!

Frage 1. Liste gefährlicher Hunde

Der Gesetzentwurf der Landesregierung beabsichtigt nicht, die sogenannte Rasseliste gefährlicher Hunde in § 3 Abs. 2 Nr. 1 des Thüringer Gesetzes zum Schutz der Bevölkerung vor Tiergefahren (ThürTierGefG) – wie zuletzt Schleswig-Holstein - zu streichen. Hunde der Rassen Pitbull-Terrier, American Staffordshire-Terrier, Staffordshire-Bullterrier, Bullterrier sowie deren Kreuzungen untereinander oder mit anderen Hunden sollen auch weiterhin als gefährliche Hunde gelten.

Halten Sie die Einstufung bestimmter Hunderassen als „gefährliche Tiere“ für geeignet, das in § 1 des Gesetzes beschriebene Ziel, „Gefahren für die öffentliche Sicherheit und Ordnung vorzubeugen und abzuwehren, die mit dem Halten und Führen von gefährlichen und anderen Tieren verbunden sind“ zu erreichen und wie schätzen sie die Wirksamkeit der auch als sogenannten "Rasseliste" öffentlich bekannten Regelung ein? 

 

 

Kommentare

10. August 2017 LuWa

Kein Hund wird gefährlich geboren!

Bestimmte Rassen prinzipiell als gefährlich einzustufen halte ich für diskriminierend und rassistisch! Erst nach Verhaltensauffälligkeiten und nicht bestandenen Wesenstest sollten Hunde, dabei ist es egal welche Rasse sie angehören, als gefährlich eingestuft werden und gewisse Auflagen erteilt werden können.

Stehen die meisten Politiker nicht dafür, dass wir Deutschen weltoffen, tolerant und bunt sind? Warum wird bei Hunden das komplette Gegenteil getan? Es gibt keine Studien oder sonstige Theorien die die prinzipielle Gefährlichkeit der Listenhunden bestätigen, im Gegenteil! Ich frage mich schon seit Jahren, wie dumm und rassistisch die beschließenden Politiker dieses Gesetzes sind/gewesen sind!!!

Diese Liste bringt keinen höheren Schutz für die Allgemeinheit, so füllt lediglich die Kassen des Staates und füllt die Tierheime. Die Hunde sind die leidtragenden sinnfreier Politik.

Fazit: Die Rasseliste ist kompletter Unsinn!

08. August 2017 sam2105

Rasseliste

Wir haben seit ca 20 Jahren mit immer wieder mit American Staffordshire Bullterrier in unserem unmittelbaren Umfeld zu tun und haben uns auch die letzten 8 Jahre an einem eigenen erfreut. Wir haben alle gesetzlichen Auflagen erfüllt und unseren Hund so gut und umgänglich erzogen das er überall ein gern gesehener Gast war. Egal ob Familie, Freundeskreis mit Kindern, Nachbarschaft, Hotels oder Gaststätten, er war ein richtiger "Therapiehund" gegen das von der Presse und Politik forcierte Bild eines "Kampfhundes". Selbst im Pferdestall hat er sich mit Pferden und Katzen gut verstanden. Beim gassigehen in unserer Wohngegend war er immer ein gern gesehener Begleiter mit Hunden aller Rassen. Es gab von seiten unseres Hundes niemals einen in wie auch immer gearteten negativen Vorfall.

Unsere Erfahrung in den vielen Jahren ist, das wirklich alle Hunde für das Verhalten einiger verantortungsloser und dummer Halter bestraft werden. Sie sitzen teilweise seit Jahren zu unrecht durch diese diskriminierenden Gesetze in den Tierheimen und fristen dort schuldlos ein trauriges Dasein bis zum Ende ihres traurigen Lebens, nur weil sie bei der momentanen Gesetzeslage als illegal gezüchtet bzw illegal in Thüringen eingeführt gelten. Wir als verantwortungsbewusste Am.-Staff- Freunde möchte endlich wieder die Möglichkeit bekommen unter Einhaltung der gesetzlichen Rahmenbedingungen wie Sachkundenachweis, Wesenstest, Kennzeichnung des Grundstückes etc eine Hund von der "Rasseliste" als ein Familienmitglied aufnehmen zu dürfen.

Grundsätzlich sind mein Mann und ich der Überzeugung das generell jeder Hundehalter einen Sachkundenachweis absolvieren sollte. So wäre der alltäglich Kontakt und Umgang mit Hunden für alle leichter. Vor allem Halter von Nicht-Listenhunden verhalten sich oft rücksichtslos und haben sehr häufig gefühlt von Hunden und ihren Bedürfnissen sowie artgerechter Haltung und Verhalten offensichtlich keine Ahnung. Uns bekannte Beißvorfälle gegen andere Hunde, Tiere und Menschen, welche sich unter den Hundehaltern immer herumsprechen, gab es in den letzten 10 Jahren ausschließlich von Hunden welche nicht auf der Rasseliste stehen. Damit stellt sich der nachhaltige Sinn derselben für uns sehr in Frage.

Halterkunde statt Rasseliste und gebrochenen Hundeherzen hinter Gittern ist unser innigster Wunsch. Wir sind sicher damit nicht nur uns, sondern  vielen verantwortungsbewussten Hundefreunden aus dem Herzen zu sprechen.

Yvette und Uwe Nicolai

04. August 2017 Marcel

Nein zur Rasseliste

Es ist traurig das der Gesetzentwurf nicht beabsichtigt die Liste zu Streichen und Thüringen wiedereinmal hinterher hinken möchte, anstatt auch mit gutem Beispiel vorran zu gehen, wo doch die Streichung der Rasseliste, wie in Schleswig Holstein und Niedersachsen, der einzig richtige Weg sein kann.Die Einstufung bestimmter Hunderassen als „gefährliche Tiere“ ist ungeeignet und gewiss keine Lösung, sondern Rassismuss! und Rassismuss ist wie wir „alle“ wissen, ein Problem. Wie sich oft geung gezeigt hat, ist die Erziehung der Faktor mit dem höchsten Gewicht und zwar bei allen Rassen. Die Wirksamkeit der Rasseliste wie sich der Gesetzgeber das erträumt hat, ist schlicht nicht gegeben, im Gegenteil, der Schwarzmarkt blüht auf, Papiere werden gefälscht und neue Fantasierassen entstehen. Alles was man bewirkt hat, ist den seriösen und guten Züchtern ihre Arbeit zu nehmen. Dinge wie eine Rasseliste, Unfruchtbarmachung, Brandmarkung und Ausrottung aufgrund der Rassenzugehörigkeit, sollte es in Deutschland nicht mehr geben dürfen, auch nicht für Hunde/Tiere und schon gar nicht per Gesetz. Zumal es mehr als genug Studien gibt, welche belegen das Agressivität nicht an der Rasse festgemacht werden kann. Auch die „Beißkraft“ oder die Art des Zubeißens sind keine Argumente, auch hier gibt es genug Studien.

http://www.raddetal.de/wissenswertes/die-beiskraft-der-kampfhunde/

11. Juli 2017 sid-brettner

Abschaffung der Rassenliste

Auch ich bin für die Abschaffung einer Rassenliste und für die Einführung eines Hundeführerscheins für die Halter. Denn es ist immer das Ende der Leine welche in der Verantwortung steht. Man hat es sich leicht gemacht einfach den Hunden ( welche nichts dafür können ) den schwarzen Peter zuzuschieben,.. apropo Schwarzer Peter.. da es wissenschaftlich mehrfach und ausreichend belegt wurde, dass die gelisteten Hunde keineswegs unwiederlegbar aggressiv und gefährlich sind, so stellt die Rasseliste ein Musterbeispiel an Rassismus dar!

Ich bitte die Politik sich endlich logisch und mit Sachverstand diesem Thema zu widmen und nicht auf Bildzeitung-Überschriftenniveau über sämtliche Fakten hinwegzusetzen!

Auflagen wie Hundeführerschein, Wesenstest RASSEUNABHÄNGIG empfinde ich als absolut sinnvoll,.. Verbote und Diskriminierung wiederum sinnbefreit und nicht zweckdienlich!

10. Juli 2017 Mh

Die Halter sind in der Verantwortung

Jeder Hund ist ein wildes Tier. Einzig und allein der Halter ist verantwortlich! Ein ausgeglichener und sozialisierter Hund wird niemals angreifen! Selbst ein Chihuahua kann in falschen Händen zum wilden Tier werden und angreifen! Erst vergangene Woche hat der angeleinte Schäferhund eines Nachbarn ein Kind angegriffen. Der Schäferhund kommt nur zweimal am Tag für 15 Minuten raus und der eigene Besitzer hat den Hund überhaupt nicht im Griff! Nach eigener Aussage des Halters, war es so ein süßer Welpe und jetzt ist er ihm einfach über den Kopf gewachsen! 

Was ich damit sagen möchte, Hundehalter sollten sich vor ab ausführlich informieren und sich bewusst sein, dass ein Hund Verantwortung heißt und Erziehung das A und O ist! Die Rasse ist komplett nebensächlich! 

09. Juli 2017 Irmgard Töpelmann

Rasseliste

Schaffen Sie die Rasseliste ganz ab. Rassismus ist ein Problem und keine Lösung.

Fakt ist, einen geringen Prozentsatz an Beißvorfällen wird es leider immer geben. Egal welche Hunderassen auf der Rasseliste stehen. Um aber Beißvorfälle zu minimieren, ist ein Grundwissen von Hundehaltern aller Hunderassen nötig. Eine Verpflichtung zum sogenannten Hundeführerschein wäre eine gute Idee. Eine Rasseliste ist es nicht, denn sie geht davon aus, dass es gefährliche und weniger gefährliche Hunderassen gibt. Das ist wissenschaftlich falsch. Außerdem passieren die meisten Beißvorfälle im häuslichen Bereich. Ursachen gibt es viele, wie keine oder brutale Erziehung, unbehandelte Schmerzen des Hundes, Unkenntnis über die Grundbedürfnisse von Hunden, sowie ein unpassendes Hund-Mensch-Gespann, um nur einige zu nennen.  

An diese Ursachen müsste gearbeitet werden um Beißvorfälle zu verhindern. Bei Auffälligkeiten des jeweiligen Hundehalter sind Maßnahmen zu ergreifen und Auflagen zu erteilen. Wichtig ist, deren Einhaltung zu kontrollieren und nicht zuzulassen, dass ein Hund, der einmal gebissen hat, dies immer weiter macht, weil die Halter nicht dagegen unternehmen. Eine Rasseliste ist für mich aus diesen Grunde nicht zielführend, sondern erfüllt nur den Zweck der Diskriminierung von Haltern bestimmter ausländischer Hunde-Rassen. Da auf der Rasseliste auch nicht die Hunderassen zu finden sind, die am meisten zubeißen, ist sie sinnlos. Das Argument, "ja da gibt es aber so viele von"; hilft Opfern von Bisswunden auch nicht weiter. Das dem BGH-Urteil Folge geleistet wurde, nämlich die Rasseliste den Beißstatistiken anzupassen und regelmäßig zu evaluieren kann ich hier nicht erkennen. Von daher freute man sich wohl ein Sündenbock (die 4 besagten Rassen) gefunden zu haben, an die man sich bis heute leider hält.  

Zitat:"Der Gesetzgeber ist allerdings auch im Hinblick auf den allgemeinen Gleichheitssatz gehalten, die weitere Entwicklung zu beobachten. Dabei geht es hier in erster Linie darum, ob die unterschiedliche Behandlung derer, deren Hunde unter § 2 Abs. 1 Satz 1 HundVerbrEinfG fallen, und derjenigen, bei denen dies nicht der Fall ist, auch in der Zukunft gerechtfertigt ist. Sollte sich bei der Beobachtung und Überprüfung des Beißverhaltens von Hunden ergeben, dass Hunde anderer als der in dieser Vorschrift genannten Rassen im Verhältnis zu ihrer Population bei Beißvorfällen vergleichbar häufig auffällig sind wie Hunde, auf die § 2 Abs. 1 Satz 1 HundVerbrEinfG bisher beschränkt ist, könnte die angegriffene Regelung in ihrer gegenwärtigen Fassung nicht länger aufrechterhalten werden. Sie wäre vielmehr aufzuheben oder auf bisher nicht erfasste Rassen zu erstrecken."

Urteil vom 16. März 2004 - 1 BvR 1778/01 -
Karlsruhe, den 16. März 2004

09. Juli 2017 Felicitas Marek

Eine Rasseliste ist kein…

.... kein Schutz der Bevölkerung vor Hundebeißvorfällen, ganz im Gegenteil. Sie schürt Angst. Und das ist unnötig.

Auch wird mit der Rasseliste immer wieder "betont", dass diese Rassen per se als gefährlich gelten. Und das stimmt nicht. Kein Hund wird böse und/oder gefährlich geboren. 

Ich zitiere Sylvia F. (dem ist nämlich nichts hinzu zufügen!) "...Der Rückgang der Vorfälle durch Listenhunde mag im Einen daran liegen, dass diese Hunde weniger gehalten werden - eher jedoch dürfte der Grund darin zu suchen sein, dass Halter der gelisteten Rassen besonders viel Wert auf die gute Erziehung und verantwortungsvolle Führung des Hundes legen, um nicht noch mehr in den Fokus gerückt zu werden und nicht unangenehm aufzufallen. "

So lange Hunde in unserer Gesellschaft leben, teilweise vermenschlicht werden und KEINE Erziehung genießen, wird es immer wieder diese Unfälle geben, aber eben NICHT von gelisteten Hunden.

 

 

02. Juli 2017 Steffchen

Rasseliste

Ich bin gegen eine Rasseliste. Zu den Gründen:

Kein Hund wird böse erzogen. Mit der Rasseliste wurden die ehrlichen Halter in eine Ecke geschoben wo sie nicht hingehören. Die Hunde wurden angemeldet beim Ordnungsamt, Hundesteuern wurden bezahlt und vor allen die Hunde gut erzogen. Von den ganzen Beißvorfällen, was waren Mischlingshunde? Wo waren die Bullterrier? Wir hatten über 20 Jahre Bullterrier! Unsere Hunde waren bekannt dafür weder Agresiv zu sein noch Menschen und Tieren gegenüber feindlich zu sein. Der Kindergarten kam zu uns um sich unsere Welpen an zu schauen. Es gab nie Vorfälle. Von Geburt an, waren unsere Hunde uns Menschen gewöhnt. Wir waren rund um die Uhr zusammen. Mit der Rasseliste hat man erreicht, das die Verantwortungslosen Halter noch mehr in Untergrund gegangen sind oder sich andere Hunde geholt haben. Und diese sog. Halter die muß man kriegen. Oder solche die Hundekämpfe machen und ihre Hunde scharf machen. Wesenstest ist schon mal ein guter Anfang. Dann sollte man auch die Vereine wie DCBT oder GBF mit ins Boot holen und zusammen arbeiten. Zurück zu den Beißvorfällen: Was waren die Auslöser für diese? Waren die Hunde schon früher aufgefallen? Konnte Herrchen und Frauchen mit Hund umgehen? Ich bedaure sämtliche Vorfälle, aber über 90 Prozent,sind garantiert auf Grund von Fehlern von Menschen pasiert. Hier muß angesetzt werden, beim Halter. 

 

31. Mai 2017 KerstinR

Rasseliste keine sinnvolle Gefahrenabwehr

Eine sinnvolle Gefahrenabwehr würde für mich bedeuten, dass alle Hundehalter, egal, welche Hunderasse sie führen, entsprechende Halterkundenachweise erbringen müssen: Dieser sollte u. a. beinhalten, dass man weiß, wie man einen Hund artgerecht hält, adäquat und ohne Gewalt erzieht, wie man sich im öffentlichen Raum angemessen, rücksichtsvoll und nicht gefährend sowohl anderen Hundehaltern/Hunden als auch Nichthunde-Haltern ggü. verhält und vor allem wie der Umgang auch mit Kindern und Hunden sein sollte, um nachteilige Vorkommnisse zu vermeiden, sowohl vom Hund dem Kind ggü. als auch vom Kind dem Hund ggü. (Stichworte "Hunde sind Stofftierersatz", "kein Ärgern des Tieres/in Ruhe lassen können" usw. usf.). Wir haben selbst mit unserem Hund die Hundeschule besucht (Welpenkurs, A 1 und A 2) und ich habe später auch einen Hundeführerschein mit unserem Hund zusammen absolviert, freiwillig. Gefahren gehen von unwissenden und/oder unverantwortlichen Hundehaltern aus und dabei kann jede Hunderasse zur Gefahr werden. Auch ein bissiger Dackel kann einem kleinen Kind bereits erhebliche, schwere Verletzungen zufügen. Bundesweit sollte im Übrigen an einem Heimtierzuchtgesetz gearbeitet werden. Es sollte m. E. keine Hunderasse, egal welche, einfach privat vermehrt werden können. Wozu braucht man das? Wirklich züchten sollten nur noch verbandsangehörige und verantwortungsvolle Züchter. Das Züchten sollte wurfmäßig stark limitiert sein und die Verbände müssten sich auch ernsthafter gegen sog. Qualzuchten einsetzen bzw. diese untersagen. Wir haben einfach zu viele Hunde, Katzen und viele andere Haus-/Kleintiere, die am Ende im Tierheim oder im Straßengraben landen, das ist ein großes Problem. Freundliche Grüße, Kerstin R.

06. Mai 2017 Michelle

Eine Rasseliste erfüllt…

Eine Rasseliste erfüllt keinen sinngemäßen Zweck. Kein Hund ist von Geburt an gefährlich. Darum bin ich für die Abschaffung dieser Liste. Jeder Hund kann in den falschen Händen und bei schlechter Erziehung gefährlich werden. Bitte macht dieser unsinnigen Liste ein Ende! 

06. Mai 2017 Katinka77

Wir halten seit mittlerweile…

Wir halten seit mittlerweile 15 Jahren Hunde, darunter erst einen American Staffordshire Terrier zusammen mit einem Schäferhund, jetzt eine Staffordshire-Bullterrier-Hündin und eine Bulldogge. Unsere Hunde wurden und werden gut gehalten, anständig erzogen und sozialisiert und wir sehen uns selbst als anständige Hundehalter, die auf ihre Umwelt und andere Leute Rücksicht nehmen. Unsere Hunde, egal, ob Listenhund oder nicht, sind freundliche, liebenswerte und gut erzogene Tiere. Diese Rückmeldung bekommen wir auch regelmässig aus unserer Nachbarschaft und auf unseren Spaziergängen. In der Regel sind die Leute überrascht, wenn sie erfahren, dass unsere Hündin ein als gefährlich deklarierter Listenhund ist.

Probleme mit anderen Hunden haben wir selten, wir erleben es dennoch oft genug, dass Hundehalter sich zum einen extrem nachlässig, desinteressiert und rücksichtlos verhalten und zum anderen es vielen Hunden an Grundgehorsam mangelt und die Halter ihre Hunde nicht unter Kontrolle haben. Und da ist es gleich, welcher Rasse ein Hund angehört! Ich finde es unverantwortlich von der Politik, den Listenhunden und ihren Haltern den schwarzen Peter zuzuschieben, während gleichzeitig die Halter von Nicht-Listenhunden nicht in die Verantwortung genommen werden. 

Nein, wir sind nicht überzeugt vom Sinn einer Rasseliste. Zum Einen wegen der unserer persönlichen Erfahrungen mit Listenhunden, zum Zweiten bestätigen mittlerweile genügend Studien, dass nicht die Rasse für die Gefahr, die von einem Hund ausgeht, ausschlaggebend ist, sondern vielmehr Herkunft, Erziehung und Sozialisierung des Hundes. Zu guter Letzt betrifft diese Rasseliste immer nur die Halter, die sich an die Gesetze halten, ihre Hunde anständig halten und erziehen. Die Leute, die diese Hunde halten, um sich zu profilieren,scheren sich keinen Deut um diese Liste! Die haben diese Hunde trotzdem, oft dann billig im Internet gekauft und unter erbärmlichen Bedingungen gehalten, häufig auch schon in jungen Jahren mit vielen Vorbesitzern. Die Tierheime sind voll mit solchen Hunden. Und daran ändert auch die Rasseliste nichts! Und wenn es dann mit einem solchen Hund wieder einen Beissvorfall gibt, müssen all die dafür den Kopf hinhalten, die ihre Hunde anständig halten und erziehen?

Wir sind überzeugt davon, dass nicht jeder in der Lage ist, Verantwortung für einen Hund egal welcher Rasse zu übernehmen. Und da liegt auch das Problem.

Die Rasseliste löst dieses Problem nicht.

06. Mai 2017 S. Fricke

Eine Rasseliste ist kein…

Eine Rasseliste ist kein geeignetes Mittel, um die Öffentlichkeit vor Hundebissen zu schützen. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass die Aggressivität/Gefährlichkeit eines Hundes nicht in seiner Rassezugehörigkeit begründet, sondern ein Produkt aus Haltung, Aufzucht und Erziehung ist. Die geführten Beißstatistiken belegen ebenfalls, dass Hunde der gelisteten Rassen lediglich für einen Bruchteil der Beißvorfälle verantwortlich sind - mehr als 95 % der Vorfälle werden durch andere Hunderassen verursacht.

Wenn man die Beißstatistiken heranzieht, zeigt sich zwar, dass die Anzahl der Vorfälle durch Listenhunde rückläufig ist, jedoch ist dies kein Indiz dafür, dass die rassespezifische Gesetzgebung zielführend ist, denn Vorfälle durch andere Hunderassen werden bei dieser Betrachtung nicht berücksichtigt. Der Rückgang der Vorfälle durch Listenhunde mag im Einen daran liegen, dass diese Hunde weniger gehalten werden - eher jedoch dürfte der Grund darin zu suchen sein, dass Halter der gelisteten Rassen besonders viel Wert auf die gute Erziehung und verantwortungsvolle Führung des Hundes legen, um nicht noch mehr in den Fokus gerückt zu werden und nicht unangenehm aufzufallen. Wenn man hier eine positive Erkenntnis herausziehen möchte, kann es nur die Erkenntnis sein, dass die Gefährlichkeit eines Hundes nicht in der Rasse, sondern in seiner Haltung und Erziehung liegt. Nur ein verantwortungsbewusster und sachkundiger Hundehalter kann Beißvorfällen präventiv entgegen wirken.  

Wenn eine rassespezifische Gesetzgebung zielführend wäre, sollten dann nicht die Zahlen der Beißvorfälle gegen Null gehen? Es dürfte sie folglich gar nicht mehr geben. Jedoch ist das Gegenteil der Fall.

Das Verbot oder die Beschränkung einzelner Hunderassen bekämpft nicht die Ursache für gefährliche Hunde, sondern lediglich einzelne Symptome. Es bewirkt lediglich eine Scheinsicherheit, indem es vorgaukelt, nur bestimmte Hunde seien gefährlich, bzw. können beißen, alle anderen nicht.

Der Schlüssel zur Verhinderung von Beißvorfällen liegt nicht im Verbot oder der Reglementierung einzelner Hunderassen, sondern in verantwortungsbewussten und sachkundigen Hundehaltern - unabhängig von der gehaltenen Rasse.