1. Integration des Förderschulgesetzes/ Schüler mit Förderbedarf

Weiterentwicklung des Schulwesens

Entwurf vom 29. November 2018
Eingebracht durch Landesregierung
Federführender Ausschuss Ausschuss für Bildung, Jugend und Sport
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Die Diskussion ist seit dem 12.02.2019 abgeschlossen

Zurzeit befindet sich der Gesetzentwurf der Landesregierung zum Thüringer Gesetz zur Weiterentwicklung des Schulwesens vom 29. November 2018 in der parlamentarischen Diskussion. Nachfolgend finden Sie die einzelnen Fragestellungen, mit denen sich auch der Ausschuss für Bildung, Jugend und Sport derzeit befasst. Sie können Ihre Meinung zu den Fragen abgeben. Mit Ihren Beiträgen, Ihren Erläuterungen oder Ihrer Kritik können Sie Einfluss auf die Arbeit des Ausschusses für Bildung, Jugend und Sport nehmen.

Diskutieren Sie mit!

1. Integration des Förderschulgesetzes/ Schüler mit Förderbedarf

Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf sollen zukünftig weiterhin vorrangig zusammen mit Kindern ohne Förderbedarf unterrichtet werden (§ 2 Abs. 2 in Artikel 1 des Entwurfs zur Änderung des Thüringer Schulgesetzes - ThürSchulG-E). Dennoch sollen die Förderschulen erhalten bleiben, um diejenigen Schüler, denen in allgemeinen Schulen auf grund ihrer Beeinträchtigung keine intensive Betreuung ermöglicht werden kann, bestmöglich zu fördern. Förderzentren mit den Schwerpunkten Lernen, Sprache sowie emotionale und soziale Entwicklung sollen sich jedoch langfristig zu regionalisierten Beratungs- und Unterstützugszentren ohne eigene Schüler entwickeln (§ 13 Abs. 1 S. 4 i. V. m. § 7a Abs. 2 Nr. 5 ThürSchulG-E). Der eigene Bildungsgang für Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf im Lernen soll entfallen (§ 7a Abs. 2 bis 4 ThürSchulG-E). Sie werden künftig grundsätzlich im gemeinsamen Unterricht nach den Lehrplänen und der Stundentafel der Grund- und Regelschule unterrichtet (§ 8a ThürSchulG-E).

Wie beurteilen Sie die Integration des Förderschulgesetzes in das Schulgesetz und die geplanten Regelungen zur Inklusion?

25. Januar 2019 | Isabel2702

Ich persönlich bin gegen die Integration des Förderschulgesetzes und die Festlegung von Mindestschülerzahlen. Nur in Förderschulen werden Kinder, die einen erhöhten Bedarf an Förderung benötigen um Lern- und Klassenziele zu erreichen, entsprechend ihrer individuellen Fähigkeiten, Kompetenzen und Entwicklung gefördert und gebildet werden. Denn in diesen schulen sind Lehrer und Erzieher dafür bestens ausgebildet und vor allem ist das Fachpersonal entsprechend ausreichend vorhanden. Mit festgelegten Schülerzahlen müssten einige Schüler sehr weit zur nächsten Schule fahren, weil kleine ländliche Schulen schließen müssten. Das belastet, wie ich finde, uns Eltern und unsere Kinder. Ferner würde es den strukturschwachen ländlichen Raum noch weiter schwächen, dabei sind es gerade die ländlichen Gegenden die Thüringen so einmalig und stark machen. Aktuell sind Lehrer schon mit Kinder und Jugendlichen überfordert, die eine geringe Lern- und Aufmerksamkeit sstörung oder einen Migrationshintergrund haben und in den regulären Klassen unterrichtet werden, weil es an Weiterbildung mangelt.Für mich wirkt die angestrebte Anpassung des Schulgesetzes/ Schulwesens durch die Landesregierung so, als wolle man Geld sparen und das auf Kosten der Kinder, der Eltern und des Fachpersonals .  Besser wäre es, wenn mehr Fachpersonal, qualifizierte Erzieher und Lehrer eingestellt würden und vor allem Investitionen in die Ausstattung und Räumlichkeiten der Schulen investiert würde. Zur Entlastung des Lehrpersonals in Regelschulen wäre es sinnvoll Erzieher für die Kinder/ Jugendlichen der Klassen 5-7 und Sozialpädagogen für die die Jugendlichen der Klasse 8-10 einzustellen. Denn 1 Sozialarbeiter pro Regelschule reicht heute nicht mehr aus, um den Kindern und Jugendlichen gerecht zu werden, weil wie gesagt die Vielfalt an besonderen individuellen Lebenslagen, Entwicklungen und konkreten Lebenswelten zugenommen hat., sodass eine Fachkraft damit überfordert ist. Es gibt also viel zu tun!

23. Januar 2019 | Konrad Keller

Ich lehne die Integration des Förderschulgesetzes in das Schulgesetz ab. Die geplanten Regelungen zur Inklusion werden das Thüringer Schulsystem völlig zum Kollabieren bringen. Die Lehrer, denen vorgeworfen wird, sie würden sich nicht ordentlich um Inklusion bemühen, sind völlig überfordert mit immer wieder, immer neuen Hirngespinsten aus Erfurt. Diese ständigen Änderungen machen uns unser gutes und erfolgreiches Schulsystem kaputt. Das wird mir sogar von Lehrern aus Bremen bestätigt. Mir scheint, niemand von den Menschen, die sich diese Theorie ausgedacht haben, hat jemals vor einer Klasse gestanden oder nur ansatzweise Ahnung, was heute von einem Lehrer verlangt wird. Den Förderschulkindern helfen Sie mit dieser undiffferenzierten Gleichmacherei auch nicht. So werden diese Kinder nicht als Bereicherung, sondern als Belastung empfunden.